Mountainbiken im Schnee

Warum, weshalb und geht das überhaupt?

Gleich einmal vorweg: Ja man kann Mountainbiken im Schnee, und ja es kann sogar Spaß machen. Aber wie auch im Winter beim Skifahren, muss ebenso beim Biken die Schneequalität und Quantität passen. Die ersten markanten Kaltfronten im Herbst liefern teils 20cm bis 30cm Neuschnee in den Bergen, nutzt man den Tag nach der Front für eine Biketour findet man normalerweise kalten und trockenen Pulverschnee. Dieser bietet Bikespaß pur. Bei geringen Mengen geht es sogar noch gut zum bergauf Treten, es ist griffig und der Schnee knirscht unter den Reifen. Dazu gibt es kalte und klare Luft, einfach ein Traum. Wird der Schnee allerdings mehr, ist schnell Schluss mit radeln und das Bike muss getragen werden. Dies kann durchaus etwas mühsam sein, aber es lohnt sich definitiv. Die Abfahrt durch 30cm Pulverschnee mit dem Bike ist nämlich ein Erlebnis für sich. Eingehüllt in eine Staubwolke kann man es, genügend Steilheit vorausgesetzt, entweder einfach gerade aus krachen lassen, oder man fängt an leichte Kurven zu ’schwingen‘, was in etwa einem Wedeln wie mit Ski gleichkommt.

Auf die Schneemenge und Qualität kommt es an

Verpasst man jedoch den kalten Tag nach der Kaltfront, sinkt der Spaß beim Mountainbiken im Schnee zusammen mit der Schneequalität aber deutlich. Wenn der Schnee feucht und matschig wird, kommt es unweigerlich zur Schlammschlacht und der Boden zeigt sich von einer unberechenbar rutschigen Seite. Also lieber raus auf den Berg bevor es zu tauen beginnt, oder eben auf eine ordentliche Portion Dreck einstellen. Das kann mit der richtigen Einstellung und den richtigen Klamotten (Dirtsuit zum Beispiel) natürlich auch Spaß machen.

Das richtige Material

Solange es nicht eisig ist, bieten Spikes Reifen absolut keinen Mehrwert. Man kann sich diese bei den ersten Scheefällen getrost sparen. Im richtigen Winter sieht die Sache da etwas anders aus. Sobald der Boden und die Pfützen richtig gefroren sind können einen die Spikes das ein oder andere Mal vor blöden Stürzen bewahren. Für die weniger Ski affinen (zu denen wir aber definitiv nicht gehören) bietet es sich also an, dem Bike statt dem dunklen Keller einen Satz Spikes Reifen zu gönnen. Weiters sind Plattform Pedale den Klickies vorzuziehen, da sich bei den Cleats eine unangenehme Kältebrücke in den Schuh bilden kann. Natürlich sollten die Schuhe auch wasserdicht sein (z.B. Etnies Marana Mid Crank).

Fatbikes haben so manche Vorteile im Winter. Ist der Schnee etwas weicher und weniger gepresst, kann man mit den fetten Reifen definitiv weiter treten während man das normale Bike aufgrund von zu viel Schlupf bereits schieben muss. Ob sich die Anschaffung eines extra Bikes aber tatsächlich lohnt, muss jeder selbst entscheiden.

Eine Alternative zu klassischen Wintersportarten?

Im Winter bietet sich des weiteren das Radelbahn Biken an. Präparierte Rodelbahnen sind fast wie gemacht für das Mountainbike und mit dem EMTB macht es sogar im Uphill Sinn. Außerdem kann man hier endlich mal nach Herzenslaune driften ohne Spuren zu hinterlassen über die sich jemand beschweren könnte. Auch Skipisten funktionieren bergab gut, man macht sich dabei aber bei den Liftbetreibern aber keine Freunde… Und ob ihrs glaubt oder nicht, am meisten Spaß machen wie im Sommer auch die Trails, und zwar jene die von Wanderern gut gespurt sind im Schnee. Am besten probiert ihr es einfach mal aus und ihr werdet sehen, dass das Mountainbike ein Ganzjahres Sportgerät ist. Aber beeilt euch, denn wer weiß wieviele Winter es Dank Klimawandel noch gibt. 😉